Leeze - funktionelles Tuning

Der Fokus beim Radkauf liegt ja meist auf einem möglichst geringen Gewichts des Rahmens - dabei sind gute Laufräder als bewegliche Komponenten viel entscheidender für die perfekte Performance.

Einmal in Physik aufgepasst! ;)

 

Für mich war die Wahl der richtigen Laufräder gar nicht so einfach.

Ich habe zwar Hochprofilräder immer wegen der schnittigen Optik bewundert, allerdings haben mich die Mythen rund um das Fahrverhalten eher abgeschreckt:

 

Kaputt gebremste Felgen im Hochgebirge durch Überhitzung, verzögerte bis gar keine Bremsleistung im Nassen, Anfälligkeit für Seitenwind, ... - nur für die Optik wollte ich meine Sicherheit nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

 

Und dann kam Leeze:

Hochwertige Laufräder zum top Preis-Leistungs-Verhältnis vom deutschen Laufradspezialisten aus dem Münsterland.

 

Sebastian hatte mir dazu geraten, es zunächst einmal mit dem CC38 zu versuchen, einem sehr leichten und aerodynamischen Laufradsatz, der mich sowohl im verregneten Hamburg als auch in den Dolomiten mit längeren Steigungen (auch bergabwärts) davon überzeugte, dass Carbon doch ein äußerst zuverlässiger Werkstoff ist.

 

Zwar merkt man im Vergleich zu den Alu-Laufrädern, den AC25, doch eine etwas verzögerte Bremswirkung, aber eine Vollbremsung ist auf dem Rad ja doch meist die letzte Alternative. Die Clincher sind wendig, Wind merkt man nahezu kaum. (Für unser Sommer-Passabenteuer war dennoch die leichte Alu-Variante meine erste Wahl.)

 

Ich war bereit für mehr:

Jetzt wollte ich für meinen "Max" die CC60. Highheels sind eben doch etwas schicker als nur halbhohe Pumps ;)

Das erste Mal habe ich die hohen Clincher bei einem Wind getestet, der schräg von hinten kam. R

ichtig krass: Ich wurde nahezu von selbst nach vorne geschoben! Der erste LKW von vorne erinnerte mich aber daran, dass hohe Segel auch gut gehalten werden wollen.

Seit ich einen 38er Lenker fahre, habe ich sie gut im Griff. Auch wenn der Wind mal etwas ungünstig bläst. Und ich bin jedes Mal aufs Neue verliebt, wenn ich mir mein Rad anschaue: Solche Laufräder sind doch auch eine unheimliche optische Aufwertung.

 

Ein toller Tipp:

Wer die hübsche Optik und die Aerodynamik der CC38 gepaart mit einer optimalen Bremsperformance will, für den hat Leeze den AC35 designt: Ein stylischer und preislich äußerst fairer Laufradsatz, der mit seiner schwarz eloxierten Bremsflanke auf den ersten Blick dem CC38 zum Verwechseln ähnlich sieht und dabei alle Vorteile eines Alu-Laufradsatzes bietet. Und das bei knapp 1460g!

 

Also, Mädels: Traut euch ruhig auch an Carbonclincher und Hochprofilfelgen - und ihr wollt nie mehr etwas anderes!

 

Unter SG Cycling gibt es die unterschiedlichen Alu- und Carbonvarianten zum Vorteilspreis, wenn ihr meine Seite erwähnt! 

 

PIMP YOUR BIKE. PIMP YOUR RIDE :)

 

SQlab ONE12 - oder: 4mm statt 12mm Komfortzone

Bei einem Gewinnspiel hatte ich die neue SQ Short ONE12 gewonnen - und bekam damit die Möglichkeit, eine der innovativsten Radhosen auf dem Markt zu testen.

Bis 100km kann man, so meine Erfahrung, eigentlich, was Radhosen betrifft, nicht viel falsch machen. Aber sobald es mehr als drei Stunden Fahrtzeit werden, zeigt sich die wahre Qualität des Polsters: Wird es ein hartes Aussitzen oder ein komfortables Fahrerlebnis auch über Stunden?

Zunächst will man ja gar nicht wahrhaben, dass ein wenig gepolsterter Sattel auf dem Rennrad doch am bequemsten ist - aber gilt das auch fürs Polster einer Radhose?

 

Die ideale Hose ist doch eine, die

  • nicht aufträgt,
  • sich nicht wie eine Windel anfühlt,
  • am Bein gut sitzt und nicht einschneidet und
  • einen über Stunden gut im Sattel sitzen lässt.

Hier kommt die SQlab ONE12 ins Spiel:

 

Das 4mm Polster fühlt sich beim ersten Betasten ungewohnt flach und hart an, der Stoff fasst sich fest und hochwertig an. Ein bisschen wie eine Kompressionshose. Sollte zumindest ein schönes Bein machen, sofern die Bündchen nicht einschnüren ;)

Doch die anfängliche Skepsis weicht bereits nach der ersten Fahrt im U100-Bereich (sicher ist sicher) einer positiven Überraschtheit: Sie sitzt angenehm am Bein und das Polster ist kaum zu spüren.

Nach diesem ersten Antesten folgte letztes Wochenende auf der RTF des RV Endpurt ein erster Härtetest auf 170km.

 

Mein Fazit:

Die Hose trägt sich kompfortabel und verrutscht nicht, das Polster sitzt und ich habe - wie auch bei meinen Assos-Bibs mit dem S7-Sitzpolster - das Gefühl, stundenlang so fahren zu können.

Obwohl die Hose in ihrer Unisex-Variante keine spezifische Anpassung der Träger an die weibliche Ergonomie bietet, schmiegt sich das elastische Material perfekt an den Körper. Man merkt sie kaum. Das liegt wohl auch an der nahtlosen Verarbeitung. Der Stoff ist atmungsaktiv, selbst bei höherer Belastung fühlt sich die Hose nicht vollgeschwitzt an.

Dieses Jahr stehen noch einige Radmarathons an - da werde ich die ONE12 mal noch auf Herz und Nieren testen.

Bis dahin sollte sie sitzen wie eine zweite Haut.

 

 

Rapha Winter Gloves - warm und trocken auch bei Minustemperaruren

Eigentlich hatte ich mir die Handschuhe vor gut zwei Jahren nur wegen der Farbe gekauft: Floureszierendes Pink! 

Aber es sollte sich schnell herausstellen, dass sie mehr können als nur gut aussehen. 
Ich bin kein Fan von der Rolle und versuche eigentlich bei jedem Wetter draußen zu fahren. Das Problem bzw. die limitierenden Faktoren sind - gerade im Winter - immer Hände und Füße. 
Ihr kennt das.  Mit den Winter Gloves ist das anders: Sie halten die Hände trocken und warm, auch bei Temperaturen unter 0. So gibt es auch für einen GF100 im Winter keine Ausrede mehr ;) 

Castelli Alpha RoS - die eierlegende Wollmilchsau?

Seit der Nanoflex-Serie bin ich, gerade was Funktionskleidung für widrige Wetterbedingungen betrifft, großer Castelli-Fan. 

Über meinen Freund entdeckte ich die Castelli Alpha RoS - rein optisch eine schicke Multifunktionsjacke mit vielversprechenden Eigenschaften. „An unfair advantage“ wirbt Castelli. 

Doch grau ist alle Theorie - also: Einfach mal bestellt.


Der erste Eindruck 


Bereits beim Auspacken macht sich Skepsis breit: 

Eine leichte, überraschend dünne Jacke. 

Und dieses dünne Ding soll Temperaturbereichen zwischen -5 bis 10 Grad standhalten? 


Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig und durchdacht: 

Verschweißte Nähte, im Nacken sowie am unteren Rücken verlängert, um vor kaltem Luftzug und Spritzwasser zu schützen. 

Die Haptik des Materials der Außenhülle erinnert an Softshell, die Innenseite der Arme ist in einem farblich abgesetzten, atmungsaktiven Material gearbeitet. 

Die Jacke besteht aus zwei Teilen: 

Der Außenhülle und einer Isolationsschicht mit Reißverschluss. So kann man, um Überhitzung vorzubeugen, auch den vorderen Reißverschluss öffnen, ohne zum Windsegel zu werden. Zusätzlich sorgt ein Isolationsschlitz am Rücken für optimale Ventilation. 

Sowohl an den Armen als auch an der Taille sind die Abschlüsse mit Stretch gearbeitet, um jede Kältebrücke zu unterbinden.


Rain or Shine. Or Snow?


Zeit für den Praxistest! Die Jacke sitzt figurbetont, in die Rückentaschen passen Riegel und Reifenwechselequipment. 

Ich traue den angegebenen Temperaturen nicht ganz und fahre die Alpha RoS zum ersten Mal an einem trockenen Tag bei Temperaturen knapp über 0 Grad mit langärmeligem Merinounterhemd. Beim Einstellen des Garmin merke ich schon, wie die Kälte durch die leichte Hülle kriecht. No Mimimi. Los geht’s! 

Überraschenderweise schafft es die Jacke, den sich langsam aufwärmenden Körper so zu isolieren, dass kein unangenehmes Gefühl mehr entsteht. Ganz im Gegenteil: Der Körper fühlt sich optimal temperiert an. 

Es folgen Fahrten bei Wind und Wetter. Auch im Schneegestöber. Die Alpha hält mich warm, solange ich mich bewege, Wind und Wasser prallen an der Außenhülle ab. 


Fazit:


Castelli vereint mal wieder gekonnt Funktionalität und Optik zu einem überzeugenden Gesamtpaket, das wohl gerade im Bereich der Frauenbekleidung seinesgleichen sucht. 

Schlechtes Wetter muss neu definiert werden.

Nur stehenbleiben darf man nicht. 

So ist die Trainingsmotivation indirekt auch gleich integriert ;)