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La Marmotte - ride the legend

Bereits im letzten Jahr hatte ich ja die (Alpen-) Marathons für mich entdeckt. 2018 wollten wir bei La Marmotte starten, um auch noch ein paar der spektakulärsten Alpenpässe Frankreichs zu erklimmen.

Die Anreise nach Le Bourg d'Oisans war eigentlich schon abenteuerlich genug: Das Auto-Navi lotste uns über lauter kleine Pässe - mir war am Ende richtig übel von den Serpentinensträßchen. Mit dem Rad hätten wir es geliebt! Vor Ort erwartete uns eine deutlich frischere Luft als noch am Mont Ventoux. Allerdings sollte diese Erfrischung nicht von Dauer sein.

Als Vorbelastung wollten wir am Samstag einmal nach L'Alpe d`Huez hoch. Die Passstraße schlängelt sich über die sagenumwobenen 21 Kehren am Berg entlang und garantiert einen tollen Ausblick. So kann man die Kletterei echt genießen!

Etwas an Genuss einbüßen mussten wir dann am Folgetag bei La Marmotte.

Es war gefühlt eisig kalt, als wir in der Früh um halb 7 Richtung Startaufstellung rollten. Was für ein Trugschluss!

Zusammmen mit tausenden anderen Radlern machten wir uns gegen halb 8 auf den 174km langen Weg.

Es waren für mich fast zu viele Leute auf der Strecke, gerade bergab bin ich da doch immer etwas sensibel. Glücklicherweise hatte sich Sebastian doch für die angenehme Variante entschieden und fuhr mit mir zusammen. So hatte ich einen tollen Windschatten und bisweilen auch einen flinken Wasserholer.

Die Strecke war nur teilgesperrt, was stellenweise etwas ungünstig war, aber wir kamen gut voran. Irgendwie erinnerte mich die Strecke vom Anspruch her etwas an den Ötztaler. Es ging mit dem Glandon relativ moderat los, die anderen beiden Pässe im Anschluss an eine etwas heikle Abfahrt ließen sich dank angenehmer Steigungswerte auch gut fahren. Ich genoss den Ausblick, auch wenn ich versuchte, keine Bummeltour zu machen. Schon bei der Abfahrt aus gut 2600 m vom Galibier merkte man, wie  man wieder zurück in eine Hitzewand fuhr.

Auf dem Flachstück dahinter machte Sebastian nochmal gut Tempo und gerade bei der Wärme war es kein Leichtes, hinten dranzubleiben. Aber so verbrannten wir wenigstens nicht vor der letzten Hürde: Alpe d`Huez. Vor der Auffahrt wurden noch einmal beide Flaschen gefüllt. Am Tag zuvor waren wir den Berg mit Armlingen hochgefahren - diesmal schmolz man förmlich dahin. Ich wollte nur noch oben ankommen, das Wasser schien noch im Hals zu verdunsten, die 21 Kehren, die ich am Tag zuvor noch so schön fand, zählten den Countdown der Tort(o)ur.

Nach knapp 9 Stunden erreichten wir das Ziel. Als zehntschnellste Frau trotz Stopps und ohne im Wettkampfmodus gefahren zu sein, war ich mehr als zufrieden.

So konnte es weitergehen ...