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Ötztaler 2017

Ötztaler Radmarathon 2017 - oder: Alle guten Dinge sind 3! 

Saisonhighlight meiner Marathon-Schnupperphase sollte der "Ötzi" sein. 

In der Früh um 6 ging es von der Pension Richtung Startaufstellung. Glücklicherweise bei trockenen Straßen, die Wetterapp wirkte - abgesehen vom späten Nachmittag - eh recht optimistisch. Aber: Errare technicum est, wie sich nur allzu oft zeigt ...

Etwas verzögert ging es los, zäh schob sich das Feld Richtung Ortsausgang. Als wir bei dem ersten Gestürzten vorbeigefahren sind, der bereits notärztlich versorgt wurde, war mir doch etwas mulmig. 

Nach rund 30km endlich der erste Pass: Kühtai. Die Wand. Hab ich aber irgendwie nicht gesehen. Das Feld hatte sich bereits so weit auseinandergezogen, dass ich perfekt mein Tempo fahren konnte. Zu geil der Spruch am Rand vor der gefürchteten 18%-Marke: "Jetzt wird geschlachtet, ihr Schweine!" 
Auch bergab läuft. Fast dreistellig. Aber das musste: Neben mir platzte einem der Schlauch, weil die Felge vom Bremsen wohl so überhitzt war. Also ließ ich einfach laufen. 

Am Brenner hatte ich eine gute Gruppe, bis meine Kette beim Schalten wieder abrutschte. Das mit der Kette hatte ich schneller wieder. Aber ich fand eine neue Formation, an die ich mich hängen konnte, und so war die flache Steigung relativ entspannt mitzufahren. Jan Pickwick Wiedemann, hatte mich nämlich davor gewarnt, mich hier leerzufahren. Also: Brav im Konvoi. Die anfeuernden Leute überall auf der Strecke sind echt der Hammer; so macht die Quälerei Spaß! 
An der Versorgungsstation Flaschen füllen, ein Frischkäsehörnchen - weiter geht's: 

Jaufenpass. Der ließ sich super fahren: Keine Rampen, schöner Fluss - aber Kräfte sparen: noch wartete das Timmelsjoch! Bei der Abfahrt leichtes Getröpfel - doch, um Schiller zu zitieren: "ein Gott hat Erbarmen".

Also noch einmal alles auffüllen vorm Finale. Es ist mittlerweile ziemlich warm und das Wasser geht weg wie nichts.
Mir ging es noch super, aber ich hatte Angst vor einem Leistungseinbruch. Also entspannt konstant weiter. 
Serpentine für Serpentine arbeitete ich mich nach oben: vorbei an Männern, die an der Seite standen, liefen oder einfach langsamer fuhren und sich nach oben kämpften. Die Mädels, die mir begegnet sind, haben alle tapfer gebissen ☺️

Wieder eine Kurve - und wen sehe ich da: Meinen Ötzi-Mentor Jan! Zusammen ging es dann gleich irgendwie leichter und amüsanter, auch wenn jeder für sich treten musste. Letzter Tunnel vorm Gipfel: Ein eisiger Wind bläßt uns entgegen, und gibt einen Vorgeschmack auf die letzte Etappe: Abfahrt bei eisigem Regen: Der beißt im Gesicht, vernebelt die Sicht und macht die Abfahrten zu einer unberechenbaren Rutschfläche. Wie sehr hab ich mich, so verfroren, noch auf den letzten Gegenanstieg gefreut! 

Im Pussystyle dann final bergab: Wäre ärgerlich, wenn hier auf den letzten Kilometer noch was passieren würde! 

Unten in Sölden ein toller Empfang (gerade als Frau) - und insgesamt ein unvergessliches Erlebnis! #jetzthastdudeinentraum

 

11h, 111, AK37 - da geht noch was! Mal sehen, wann ich das unterbieten kann 😉 Aber erst mal auf zu neuen Abenteuern. 2018 kann kommen!