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Rhön300

#Rhön300 (http://www.rhoen300.de): Made my day! 😁 (AK sogar 1.!)

 

Bis dahin war es ein langer Weg ... - hier mein Bericht: 👇🏼

 

300km und noch etliche Höhenmeter! Die Dimensionen dieses Unternehmens wurde mir erst so wirklich bewusst, als das Event schon fast vor der Tür stand. 

Ich hatte mir vorgenommen, nach Bimbach 400 noch diesen Rad-Marathon zu fahren, um optimal vorbereitet für den Ötzi zu sein. So zumindest die Theorie. Aber hatte ich mir in einem Anflug von ungebremstem Ehrgeiz zu viel vorgenommen? Schließlich sollte das ja erst mein zweiter Marathon sein. Und dann gleich so ein Monster. Als Marco schrieb, dass er sich nun auch angemeldet hatte, konnte ich fast gar nicht mehr kneifen, vor allem, als er meinte, dass er mit mir fahren werde. 

Neun Frauen waren gelistet - als Letzte wollte ich keineswegs in der Wertungsliste auftauchen. Andererseits ging es jetzt primär erst mal ums Schaffen. Geschwindigkeit kommt ja bekanntlich mit der Zeit. 

Vor dem Start brach mir noch mein Ventil - ein schlechtes Omen? Wohl kaum. Oder konnte es neben dem Dauernieselregen noch schlimmer kommen? 

Start um 6.15. Aus Sicherheitsgründen verschoben. Minimal heller, trotzdem alles pitschnass - na gut. Rumheulen bringt nichts. Sieht bei dem Regen eh keiner 😆Also: Los geht's! 

Das Feld zog zügig los - erst mal sortieren lassen. Mein Traum von einer guten Platzierung platzte am ersten knackigeren Anstieg: Schaltfehler, Kette verklemmt: Weg waren die anderen. Na gut. Dann eben so weiter. Es gab ja noch gut 290km vor uns, die in der knapp bemessenen, vorgegebenen Zeit bezwungen werden wollten. Also: Beißen. Und etwas Zeit reinfahren. Abfahrten mit mehr Glück als Verstand. In der Kurve stürzt einer neben mir - Schrecksekunden, aber meine Contis halten. 

Nach gut 3 Stunden lässt der Regen nach, ein Lichtblick. Ich versuchte durchzufahren, Marco versorgte mich mit der nötigen Energie. Nur nicht zu viel Schnitt verschenken! 

Nach 160km gab es an der Pausenstation keine Toilette, also nutzte ich die Gelegenheit, mich an Jan Pickwick Wiedemann, Jörg Saatmann und Thomas dranzuhängen. Marco wollte uns bis Kilometer 210 wieder einholen. Ich war schon etwas angeschlagen, aber mit den Sonneberger Radcore-Jungs kam nicht nur die Sonne, sondern auch meine Kraft wieder zurück: Ich durfte im Windschatten mitfliegen und erholte mich so gut, dass ich nach 50km wieder bereit war für die restlichen Schikanen. Kurzes Päuschen und weiter zu den 18% und mehr - Rampen. Ziemlich bitter auf den letzten 80km, aber die Beine machten gut mit und unser - mit Marco und Lars-Michael Huhnold - gewachsenes Team zog durch. Allen war klar, dass wir das noch zusammen zu Ende bringen. Ich habe selten so eine Rücksichtnahme und so ein gutes Zusammenspiel in einer Gruppe erlebt! Hinter uns immer der Versorgungswagen. Als Tempomacher, wie mir der Fahrer nach der Siegerehrung erklärte. Süß. Der Support war insgesamt super, an allen Pausenstationen gutgelaunte, freundliche Leute, die echt Bock auf das Spektakel hatten. 

An den Schnitt dachte zu der Zeit aber keiner mehr - hatten wir uns sowieso dreimal verfahren und damit einiges verschenkt. Hauptsache die 300 auf der Uhr. 

Bis zuletzt ging es mir prima, auch wenn ich froh war, als endlich Schondra auf den Verkehrsschildern das Ende erahnen ließ. Zieleinfahrt. Geschafft! 

Dank der Jungs waren wir tatsächlich noch im Zeitlimit. Gar nicht so leicht, wenn man sich die Finisher-Zahlen anschaut! 

Am Ende hat es für Platz 3 gereicht - ein mega Erlebnis. Und mein erster Pokal! Endorphin und Adrenalin satt. 

Bis zum Ötzi 😉